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Selfcare Tools: ein Date mit dir selbst

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich recht intensiv mit dem Thema Selbstliebe und Selbstfürsorge, weil ich das Gefühl habe, dass das bei mir bisher viel zu kurz gekommen ist. Ich verschlinge Bücher und Blogartikel zu dem Thema, besuche Webinare und höre mir Podcasts dazu an und mittlerweile hat es mich total gefesselt. Natürlich bin ich bei meinen Recherchen auch über zahlreiche Tipps gestolpert, die helfen sollen, mehr Selbstliebe im Alltag zu praktizieren. Einen davon finde ich besonders schön (und ein bisschen süß): „Gehe auf ein Date mit dir selbst.“
Klingt vielleicht erstmal komisch, ist aber super wertvoll und funktioniert (zumindest bei mir) richtig gut.

Was ist der Sinn hinter dem „Date mit dir selbst?“

„Warum soll ich denn auf ein Date mit mir selbst gehen, wenn ich doch einen Freund habe?!“, war mein erster Gedanke, als ich zum ersten Mal von dieser Praxis gelesen habe. Ich war so gar nicht überzeugt. Was soll das denn bringen? Trotzdem habe ich weiter gelesen und das war gut so. Je mehr ich über das besagte Date las, desto mehr gefiel mir die Idee dahinter.

Das Date mit dir selbst soll deine Kreativität ankurbeln können und dir helfen, dich und deine Bedürfnisse besser kennen zu lernen. Was ich in meinen bisherigen „Selbstversuchen“ aber vor allem gemerkt habe: Ich kann mich selbst viel besser leiden, mache mich nicht mehr so fertig, wenn ich Fehler mache und bin allgemein irgendwie zufriedener.

Das liegt daran, dass man sich in der Zeit, die man alleine verbringt tatsächlich nur auf einen Menschen konzentrieren muss. Sich selbst. Statt der Freundin beizustehen, die sich über ihren Job auskotzt, oder dem Freund, der Stress mit den Eltern hat, hörst du ausschließlich dir selbst zu. Plötzlich nimmst du Gedanken und Gefühle wahr, die du bisher völlig ignoriert hast: dass du gerne an einen ganz bestimmten Ort reisen möchtest, oder dir eine berufliche Veränderung wünschst, deine aktuelle Wohnung eigentlich gar nicht zu dir passt, oder du gerne mehr Zeit mit deiner Familie verbringen möchtest.

Alle Wünsche und Sorgen, die du für dich selbst hast und die bisher von denen deiner Mitmenschen überdeckt wurden, kommen auf einmal zum Vorschein. Und weil du ja alleine unterwegs bist, fängst du an, über mögliche Lösungen zu diskutieren. Mit dir selbst.

Das hört sich jetzt shizophrener an, als es gemeint ist. Im Grunde denkst du einfach nur besonders intensiv nach und suchst nach Wegen, um deine Bedürfnisse erfüllen zu können. Ich bewaffne mich auf meinen Dates deshalb meistens mit irgendeiner Form von Medium, auf dem ich meine Gedanken festhalten kann – sei es ein Notizblock, oder ein Laptop, oder zur Not auch eine halbe Serviette.
Ein Date mit dir selbst ist also nicht nur eine Form der Wertschätzung, die du dir selbst entgegen bringst, sondern auch ein Hilfsmittel, um herauszufinden, was dir wirklich wichtig ist.

So kann ein Date mit dir selbst aussehen

Der große Vorteil an einem Date mit dir selbst ist, dass du tun und lassen kannst, worauf du Lust hast. Du musst dich mit niemandem sonst absprechen. Allerdings empfehle ich dir, wirklich einen Tag und eine Uhrzeit festzulegen und diesen Termin, wie ein Treffen mit einer Freundin, oder einem Freund, einzuhalten. Anfangs habe ich das nicht gemacht und bin dann am Ende Serien schauend vor dem Laptop versackt.

Also: Termin festlegen, durchziehen. Immerhin willst du ja deinen Datepartner nicht enttäuschen.
Was du machst, bleibt dir völlig selbst überlassen. Hier eine kleine Inspiration an Dingen, die du alleine unternehmen kannst:

  • Wellness: Massage, Salzgrotte (wirklich unendlich entspannend!), Sauna, Schwimmen (Therme), Wellnesstag zu Hause mit Gesichtsmaske und Badewanne
  • Bewegung: Yoga, Laufen, Wandern, Spazieren gehen Krafttraining, Fahrradtour, Surfen, Bootstour, alle Formen von „Solosport“
  • Ausgehen: alleine essen/ Kaffee trinken gehen – Such dir dein Lieblingslokal aus und nimm dir eventuell ein gutes Buch mit.
  • Kultur: Bibliothek, Buchladen, Kunstausstellung, Museum

Versuche während deines Dates, dein Handy möglichst selten in die Hand zu nehmen, denn dann bist du ruckzuck wieder im alten Muster und reagierst auf die Gedanken und Gefühle derjenigen, die dir gerade eine Nachricht geschrieben, oder ihren Facebook-Status aktualisiert haben. Jetzt ist wirklich mal Zeit für dich angesagt.

Bleib so lange auf deinem Date mit dir selbst, wie es sich richtig und gut für dich anfühlt. Vielleicht ist es am Anfang erstmal ungewohnt und auch ein bisschen unangenehm, alleine irgendwo zu sitzen und niemanden zum Reden zu haben. Wirf nicht direkt die Flinte ins Korn! Es dauert nicht lange, sich an diese neue Situation zu gewöhnen.

Und falls dir, wie mir, der glorreiche Gedanke „Was denken denn die anderen Leute im Restaurant, wenn ich da alleine sitze?!“ kommt, kann ich dir versichern: die haben genug eigene Probleme, mit denen sie gerade beschäftigt sind. Ernsthaft.

Also: lass dich nicht verrückt machen, genieße deine Zeit mit dir selbst und versuche eine gewisse Regelmäßigkeit in diese Praxis zu bringen. Am besten nimmst du dir mindestens einmal pro Woche Zeit für ein solches Date mit dir selbst.

Was machst du, wenn du es dir mal so richtig gut gehen lassen möchtest und Zeit für dich brauchst? Ich bin gespannt auf deine Tipps.

Manchmal braucht man einfach ein bisschen Ruhe und Zeit für sich. Warum also nicht einfach auf ein Date mit sich selbst gehen?

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2 Comments

  • Reply
    Jenni
    19. Juni 2017 at 22:14

    Liebe Natalie,
    den Ausdruck finde ich ja auch total grandios: ein Date mit mir selbst!
    Hach – wenn ich da nur schon früher drauf gekommen wäre, auf diese tolle Bezeichnung!
    Ich habe andauernd Dates mit mir selbst – ich liebe das Spazierengehen in der Natur, auch ganz alleine. Das ist so beruhigend, einfach mal nichts tun zu müssen und niemandem außer mir selbst Aufmerksamkeit schenken zu müssen. Alleine Kaffee trinken zu gehen, dazu kann ich mich aber auch nicht so wirklich überwinden, muss ich gestehen. Da habe ich dann doch immer noch zuviel Scham und stehe mir selbst im Weg… 😀
    Vielleicht sollte man dann doch einfach mal über den eigenen Schatten springen – und sich auf den Cappuccino und die Sonne freuen.
    Liebe Grüße
    Jenni
    P.S.: Matcha Latte diese Woche?

    • Reply
      Natalie
      21. Juni 2017 at 9:42

      Liebe Jenni,
      ich finde den Ausdruck auch total klasse, weil er die Wertschätzung, die man sich selber damit gibt, so schön zum Ausdruck bringt. Ich fühle mich manchmal auch noch ein bisschen komisch, wenn ich alleine ins Café gehe, aber wenn ich dann mal so rum schaue, merke ich, dass das total unbegründet ist. Wenn man sich erstmal überwunden hat, kann man das irgendwann richtig genießen, alleine seinen Kaffee zu schlürfen. 🙂
      Wir machen das demnächst aber definitiv mal wieder zu zweit <3
      Liebe Grüße,
      Natalie

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