Yoga

Pranayama: Darth Vader und die Ujjayi Atmung

Die Ujjayi Atmung hilft dir, dich voll und ganz auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Es ist gar nicht schwer, sie zu lernen.

Ich bin aufgeregt. Meine erste Ashtanga Mysore Klasse steht bevor und ich habe keine Ahnung, was mich erwartet. Dynamisch wird es sein. Mehr weiß ich nicht.
Ich steige die Treppe nach oben, ziehe brav meine Schuhe aus, wie es mir das Schild an der Tür befiehlt, öffne die selbige mit viel Schwung…und erstarre. Ich stehe schon mitten im gut gefüllten Übungsraum. Alle sind vertieft ins Üben ihrer Asanas. Ich will gerade wieder rückwärts raus und die Tür unauffällig schließen, als die Lehrerin mich bemerkt und mich mit einem fröhlichen „Alles gut! Komm ruhig rein!“ begrüßt.
Etwas irritiert betrete ich den Raum. Es hört sich an, als hätte jemand ein Dutzend Mini Darth Vaders in den Ecken versteckt.

„Das Schnarchen, das du hier hörst, ist eine Atemtechnik, die sich Ujjayi Atmung nennt.“, erklärt mir meine Lehrerin im Verlauf der Yogastunde. Na da bin ich aber beruhigt.

Und dann habe ich gelernt, wie ich selber atmen kann, wie Lord Vader.

So funktioniert die Ujjayi Atmung

Die Ujjayi Atmung wird auch oft als „Meeresrauschen“ bezeichnet und mit geschlossenen Augen und ein klein bisschen Fantasie hörst du tatsächlich ein paar Wellen anrollen.
Ujjayi dient vor allem dazu, den Atemfluss zu verlängern. Das heißt, dein Atem wird länger, weil durch die verengte Stimmritze weniger Luft auf einmal fließen kann. Keine Sorge, das hört sich jetzt komplizierter an, als es eigentlich ist.

Setz dich doch einfach mal aufrecht hin, zieh deine Schultern nach hinten und unten. Atmet sich direkt besser, oder?
Dann nimmst du deine rechte Hand vors Gesicht und tust so, als wäre sie ein Spiegel, den du jetzt anhauchst. Herzlichen Glückwunsch! Du hast gerade deine Stimmritze verengt! War gar nicht so schwer, oder?

Wiederhole das Ganze am besten zwei bis drei Mal und achte darauf, wie sich Hals und Rachen dabei anfühlen. Dieses Gefühl behältst du jetzt bei und atmest genauso auch ein.
Und dann nimmst du die Hand runter und machst den Mund zu.

Das ist am Anfang ein bisschen ungewohnt. Mach dich nicht verrückt, wenn es nicht direkt auf Anhieb klappt. Wende dann einfach nochmal den Spiegel-Trick an und achte darauf, dass du dich nicht zu sehr im Hals verkrampfst.
Das Rauschen muss auch nicht super laut sein. Das hört sich sowieso bei jedem ein bisschen anders an. Lass den Atem einfach ganz normal fließen mit dem kleinen Unterschied, dass dein Hals einfach ein bisschen enger ist.

Du wirst merken, dass die Phasen, in denen du ein- und ausatmest deutlich länger sind, als sonst. Mir fällt es in der Ujjayi Atmung auch deutlich leichter, den Fokus auf meinen Atem zu lenken und ihn auch dort zu lassen. Das ist total hilfreich, wenn in meinen Gedanken mal wieder der Affenzirkus tobt.

Eine super Übung für den Einstieg, weil ziemlich simpel, ist übrigens auch die Atembeobachtung.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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2 Comments

  • Reply
    Frederike
    3. Juni 2017 at 16:32

    Liebe Natalie,
    das ist super gut beschrieben! Mir fällt es meistens nicht so leicht, solche Anleitungen gleich beim ersten Lesen zu verstehen. Eben habe ich mich aber erwischt, es gleich auszuprobieren, noch während ich gelesen habe, und ich hatte kein einziges kleines Fragezeichen im Hinterkopf – sehr cool! 🙂
    Liebe Grüße,
    Frederike x

    • Reply
      Natalie
      15. Juni 2017 at 13:47

      Liebe Frederike,

      vielen Dank für dein tolles Feedback. Das freut mich wahnsinnig! <3
      Klappt es denn weiterhin so gut?

      Liebe Grüße,
      Natalie

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