Yoga

Die größten Irrtümer über Yoga

Für eingefleischte Yogis ist es kaum vorstellbar, aber es gibt viele, sehr viele Menschen auf der Welt, für die Yoga ein Buch mit sieben Siegeln ist. Irgendein komischer Mix aus Sport und Religion. Oder eine merkwürdige Entspannungstechnik. Wie bei fast allem spalten sich über Yoga die Meinungen. Es gibt aber auch jede Menge Irrtümer, Vorurteile und Ausreden, um sich nicht mit diesem neuartigen, asiatischen Kram beschäftigen zu müssen.

Mir sind bisher einige von ihnen wiederholt begegnet und deshalb möchte ich sie hier gerne festhalten und ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten.

 

#1 Für Yoga muss man ein Gummimensch sein

„Nee, für Yoga bin ich nicht gelenkig genug“, ist mit Abstand die häufigste Ausrede, die ich im Familien- und Freundeskreis aufgetischt bekomme, wenn es darum geht, gemeinsam zu üben.
Wo fang ich da bloß an?
Als ich mit Yoga angefangen habe, konnte ich mich gerade so weit im Stehen nach unten beugen, dass meine Hände die Knie berührten. Dann war Schluss. Erst mit dem Üben bin ich schließlich flexibler geworden, was aber eigentlich auch nur ein Nebeneffekt ist.

Was ich damit sagen möchte: Kein Yogalehrer der Welt wird von dir verlangen, dass du dich unnatürlich verbiegst, dir die Schulter auskugelst, oder in der ersten Stunde deine Füße hinter die Ohren klemmst. Yogahaltungen können so modifiziert werden, dass du sie schmerzfrei ausüben kannst, egal, wie gelenkig du bist.

Also, nur keine falsche Scheu: Yoga kann wirklich jeder und mit einem guten Lehrer kann dir absolut nichts Schlimmes passieren!

 

#2 Yoga ist langweilig

Ohne Scheiß: Diese Aussage kam letzte Woche von meiner Oma. Ich wiederhole: Von meiner Oma!
Meine Reaktion bestand aus einem Paar weit aufgerissener Augen und einem anschließenden verwirrten Lachen, das jäh von meinem Muskelkater unterbrochen wurde. Ich war am Wochenende zuvor auf einem Jivamukti Yoga Retreat gewesen, von dem mein Körper sich immer noch nicht vollständig erholt hatte. Dementsprechend brauchte ich eine Weile, um zu begreifen, was sie da gerade gesagt hatte.

Ob Yoga für dich langweilig ist, oder nicht, hängt zum Großteil von zwei Faktoren ab: deinem Lehrer/ deiner Lehrerin und dem Yogastil, den er/sie unterrichtet. Natürlich macht es nicht viel Sinn, wenn du keinen Spaß beim Üben hast. Das ist aber noch kein Grund, die Yoga-Flinte ins Korn zu werfen, sondern vielmehr ein Anlass, die Richtung zu ändern. Viele Yogastudios bieten Probestunden an und haben ausführliche Kursbeschreibungen auf ihren Homepages. Somit hast du die Möglichkeit, dich ausführlich zu informieren und ein bisschen herum zu probieren, was zu dir passt.

 

#3 Yoga ist nur was für Frauen

Mit Abstand die beliebteste Ausrede der Herren der Schöpfung! Leider muss ich euch enttäuschen: Yoga wurde ursprünglich ausschließlich von Männern praktiziert.
Falls das als Grund noch nicht reicht, schau doch mal beim Yogadude vorbei. Hier gibt es die ungeschminkte Wahrheit über das Leben als Yogi.

 

#4 Yoga ist eine Sportart

Bei dieser Aussage rollen sich den meisten Yogis die Fußnägel hoch.
Ja, Yoga kann sehr fordernd sein, man kann damit Muskeln aufbauen und sein Gewicht reduzieren. Das sind aber alles nur nette Nebeneffekte. Yoga ist eigentlich eine traditionelle Übungsform, bei der sich der Übende auf eine Reise zu seinem inneren (höheren) Selbst begibt. Ja, das ist spirituell. Aber ich kann es wirklich jedem empfehlen, der ein bisschen mehr über sich selbst erfahren möchte. Mehr über den ursprünglichen Yogaweg findest du in meiner Einleitung.

Um ein Studio zu finden, das sich nicht nur auf den sportlichen Aspekt konzentriert, hilft es auch hier, die Kursbeschreibungen durchzulesen und eine Probestunde mitzumachen. Das ist auch eine gute Möglichkeit, herauszufinden, ob die Lehrer-Schüler-Chemie stimmt. Mehr über die Suche nach einem passenden Yogastudio findest du übrigens hier.

 

Welche Yoga Irrtümer und Ausreden sind dir schon begegnet? Oder hast du selbst Vorurteile, die sich hartnäckig halten? Lass mir dazu gerne einen Kommentar da!

Natalie

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply
    Jenni
    1. Dezember 2016 at 11:50

    Liebe Natalie!

    Ich glaube, dieser Artikel ist absolut überfällig gewesen (also nicht bei dir, sondern so insgesamt) – es gibt vermutlich wenige Sportarten, die sich mit so vielen Vorurteilen konfrontiert sehen wie Yoga. (Ich muss gestehen: Lange haben mich selbst auch einige dieser Vorurteile begleitet – vor allem das mit dem Gelenkigsein sitzt immer noch tief in meinem Bewusstsein verankert.)
    Insofern finde ich richtig Aufklärungsarbeit sehr wichtig und danke dir für diesen schönen Artikel, den ich gleich einmal bei Pinterest pinnen werde. 😉

    Liebe Grüße (und wahrscheinlich bis nachher)
    Jenni

    • Reply
      Natalie
      5. Dezember 2016 at 21:06

      Liebe Jenni,

      ich habe deinen Kommentar mal wieder VIEL zu spät gelesen.
      Vielen Dank für deine lieben Worte und fürs Pinnen. Ich freue mich immer sehr, wenn ich dich mit meinen Artikeln ansprechen kann. 🙂
      Ich glaube, ich schleppe dich irgendwann einfach mal mit in ein Yogastudio. Das wird großartig! 🙂

      Liebe Grüße,
      Natalie

    Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: