Yoga

Yogi Basics: Die Suche nach der richtigen Yogamatte

Du sitzt auf ihr, springst darauf herum, liegst darauf und legst sie überall, wo dir gerade danach ist, auf einen mehr oder weniger sauberen Boden: Deine Yogamatte. Sie ist das Herzstück deiner Yogapraxis und die Voraussetzung dafür, dass du vernünftig üben kannst. Nicht umsonst gibt es zig verschiedene Modelle von ebenso vielen Herstellern zu noch mehr unterschiedlichen Preisen.

In meiner Anfangszeit, als ich ausschließlich zu Hause mit Youtube-Videos geübt habe, habe ich eine uralte Isomatte als Unterlage benutzt. Ganz schlechte Idee. Nicht nur, dass meine Hände und Füße überhaupt keinen Halt auf der glatten Oberfläche hatten – das Ding ist auch noch die ganze Zeit durch die Gegend gerutscht! Solche Sequenzen waren dann meistens für die Tonne. Ich kann dir also aus eigener Erfahrung sagen, dass eine vernünftige Yogamatte Gold Wert und eigentlich auch Pflicht für deine Praxis ist.

Es ist nicht nur wahnsinnig nervig, wenn du die Asanas (Körperübungen) nicht vernünftig ausführen kannst, sondern kann auch echt gefährlich werden.
Man stelle sich vor: Du stehst in einer weiten Grätsche, beugst das rechte Knie und während du dein Gewicht verlagerst, dehnt sich die Matte mit und dein linker Fuß verliert den Grip. So ein unfreiwilliger Spagat ist fürchterlich schmerzhaft. Wenn es schlimm läuft eine ganze Weile. An der Matte solltest du also alleine aus gesundheitlichen Gründen nicht sparen.

Auch wenn es dir auf den ersten Blick total irre vorkommt, lohnt es sich durchaus ein paar Euro für deinen Yogateppich in die Hand zu nehmen. Du wirst nämlich (wenn du sie jetzt nicht zwei Mal die Woche in die Waschmaschine steckst), lange Freude daran haben. Ich habe meine Matte seit fast einem Jahr und sie ist immer noch genau so super, wie am ersten Tag.

 

Eigenschaften einer guten Yogamatte – Pflichtprogramm

Damit auch du glücklich mit deiner Yogamatte wirst, sollte sie mindestens die folgenden Eigenschaften besitzen:

Rutschfest

Die Matte deiner Wahl sollte von beiden Seiten jede Menge Grip bieten. Im besten Fall fühlt sie sich sogar ein bisschen klebrig an. Dann kannst du ganz sicher sein, dass da nichts verrutschen wird. Wenn du irgendwann mal Hot Yoga machen möchtest (das muss echt fürchterlich anstrengend sein), macht es wahrscheinlich Sinn, noch ein extra Yogahandtuch als zusätzliche Auflage zu besorgen. Das ist aber nur dann notwendig, wenn du beim Üben wirklich am Tropfen bist. Eine gute Matte kann mit etwas Schweiß umgehen und bleibt auch dann sticky, wenn Hände und Füße etwas feucht werden.

 

Formstabil

Es gibt nichts Nervigeres, als eine Unterlage, bei beim Yogieren durch den Raum rutscht, oder in verschiedenen Positionen (sehr beliebt beim Herabschauenden Hund) immer länger wird. Echt. Mir fällt nichts ein, was ätzender ist. Deine Matte darf also unter Zug nicht nachgeben. Das geht auch ein bisschen mit dem Grip einher. Wenn die Matte fest am Boden liegt, bzw. fast haftet, ist sie in der Regel auch stabil.

 

Stoßdämpfend

Je nachdem wie weit deine Asanapraxis fortgeschritten ist, werden einige Haltungen etwas stressiger für deine Gelenke, als noch am Anfang sein. Sobald du anfängst zu springen, oder viel kniest, ist es echt wichtig, dass deine Matte da etwas abfedern kann. Die dünnere Variante einer Matte, die meistens als Reisematte angeboten wird, dämpft logischerweise weniger, als ihr Kollege mit 2-4 Millimetern mehr Hüftspeck. Du solltest da ganz auf deinen Körper hören. Wenn du weißt, dass du öfter Probleme mit den Gelenken hast, hol‘ dir lieber eine etwas dickere Matte für zu Hause und greife im Studio auf die Matten zurück, die dort ausliegen.

 

Chemiefrei

Ein Punkt, der gerne mal unterschätzt wird, aber bei den meisten hochwertigen Mattenanbietern sowieso selbstverständlich ist. Eine Matte, auf der dir in sitzenden Vorbeugen giftige Dämpfe ins Gesicht steigen, macht halt auch einfach wenig Spaß. Achte beim Kauf am besten auf Siegel, die dir anzeigen, dass die Matte schadstofffrei ist. Wenn sie dann trotzdem stinkt, liegt das am Naturgummi. Einfach ein paar Stunden auslüften und der Geruch ist weg. 🙂

 

Abbaubar

Für einige mag dieser Punkt nicht unbedingt eine notwendige Eigenschaft sein. Anfangs war das für mich auch noch nicht der Fall. Da ich mich mittlerweile aber immer mehr mit dem Thema Müllvermeidung beschäftige, wird es für mich immer relevanter, dass meine Yogamatte – wenn sie mir dann irgendwann mal ausgedient hat – nicht länger auf der Erde weilt, als ich, oder meine Kinder.
Eine biologisch abbaubare Matte aus Naturkautschuk erfüllt auch automatisch die Anforderung der Chemiefreiheit. Anders herum funktioniert diese Logik auch (meistens).

 

yogamatte-ii

 

Eigenschaften einer guten Yogamatte – Kür

Neben den Basic-Anforderungen gibt es natürlich noch weitere Punkte, die je nach persönlichen Vorlieben eine Rolle spielen:

Gewicht und Dicke

Mittlerweile gibt es zahlreiche Hersteller, die neben Matten mit Standard-Abmessungen auch dünne Reisematten anbieten. Es gibt sogar Hersteller, die NUR Yogamatten für unterwegs anbieten. Der Vorteil dieser Leichtgewichte liegt klar auf der Hand: Wenn du deine Matte mit ins Studio nimmst, oder sonstwie viel unterwegs bist, hast du nicht so viel zu schleppen. Die ganz dünnen Vertreter, kannst du mittlerweile sogar halbwegs bequem in deine Handtasche falten. Hier solltest du aber auf jeden Fall darauf achten, dass sie immer noch genug dämpfen, damit du bequem üben kannst.

 

Design

So eine Yogamatte muss echt ein Paradies für jeden Künstler sein – das Ding ist quasi eine Leinwand aus Naturgummi! Dementsprechend viele verschiedene Farben und Designs tummeln sich auf dem Markt. Dennoch solltest du neben der Optik die Funktionalität nicht aus den Augen verlieren. Eine toll bedruckte Matte, die dir beim üben übers Laminat rutscht, ist dann eben auch nicht mehr, als nur Deko.

 

Waschbarkeit

Irgendwann wird der Tag kommen, an dem deine Matte eine kleine Erfrischung braucht. Für die kurzzeitige Geruchsbeseitigung gibt es Mattensprays, die man auch ganz easy peasy selbst anrühren kann. Nach einer Weile, ist aber mehr angesagt. Die meisten Yogamatten kannst du in der Dusche abspülen und mit einer milden Seife/Shampoo/Duschgel reinigen. Gegen Geruch hilft zusätzlich ein Schuss Essig. Wenn du es ganz komfortabel magst, greifst du einfach auf ein Modell zurück, welches du in der Maschine waschen kannst.

 

Die richtige Yogamatte – meine Empfehlungen

Ich besitze eine Matte von Ako Yoga in der Light Variante. Sie ist sehr rutschfest und formstabil und dünner, als die Studiomatte. Für mich war außerdem das geringe Gewicht ein Kaufgrund. Außerdem ist sie günstig und maschinenwaschbar. Nachteilig ist jedoch, dass sie aus PVC besteht. Dieses ist zwar nach Oeko-Tex® Standard 100 in Deutschland produziert, aber es ist eben PVC und somit nicht abbaubar.

Eine sehr gute Alternative aus Naturkautschuk (die ich rückblickend stattdessen kaufen würde), die ich mir mittlerweile zugelegt habe, sind die Matten von Jade*. Sie verfügen ebenfalls über top Eigenschaften aus dem Pflichtprogramm, sind aber eben nicht aus Plastik. Sie sind zwar um einiges teurer, als die Matten von Ako, die Investition lohnt sich jedoch, da so eine Matte echt lange hält. Die Jade gibt es auch in der Travel-Variante*, die mein neuer Partner in Crime ist.

Sehr gut ist auch die EcoPro Matte von Bodhi. Sie besteht ebenfalls aus Naturkautschuk, ist extrem rutschfest und nach Oeko-Tex zertifiziert. Sie bewegt sich preislich zwischen den Matten von Ako und Jade und ist in drei Ausführungen erhältlich. Die Standard-Variante hat eine Dicke von 4mm, während die Travel-Variante nur 2mm dick ist. Super komfortabel ist die EcoPro Diamond. Mit ihren 6mm Dicke übt es sich wahrscheinlich wie auf Wolken.

Wenn du bereits in einem Studio Yoga übst und mit den Matten dort zufrieden bist, kannst du auch einfach deinen Yogalehrer/deine Yogalehrerin nach Marke und Modell fragen. Dann bist du ganz auf der sicheren Seite und hast eine Matte, mit der du auf jeden Fall gut klar kommst.

Und jetzt: Viel Erfolg bei der Suche! Glaub mir, die Mühe lohnt sich. Eine gute Yogamatte ist Gold wert!

Natalie

 

 

Bei mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Das heißt, ich bekomme eine kleiner Provision, wenn du etwas darüber kaufst. Der Preis der Produkte ändert sich dabei für dich nicht.

You Might Also Like

3 Comments

  • Reply
    Yogi Basics: Wozu gibt es eigentlich Yoga Hilfsmittel? | Yay For Today
    17. Oktober 2016 at 22:04

    […] ich mit Yoga angefangen habe, hatte ich nicht mal eine richtige Yogamatte. Meistens mussten der Teppich, oder Mamas alte Isomatte herhalten. Deshalb war ich auch äußerst […]

  • Reply
    Jenni
    26. September 2016 at 21:27

    Liebe Natalie!

    Die Auswahl der richtigen Yogamatte ist eine sehr wichtige – das merke ich auch gerade, da ich mich aktuell noch in dem Isomatten-Stadium befinde. 😀
    Aktuell wird aber fleißig gespart – auf eine Kamera und dann wohl auch auf eine vernünftige, nicht wegrutschende Yogamatte. 🙂
    Besonders toll finde ich, dass es mittlerweile abbaubare Varianten gibt – ich glaube, umweltfreundlicher geht es kaum und ich habe mir auch bereits meine Favoriten herausgesucht – danke dir für diesen schönen Überblick!

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Reply
      Natalie
      29. September 2016 at 10:38

      Liebe Jenni,

      ich kann dein Bedürfnis nach einer richtigen Yogamatte sehr gut nachfühlen. Wegrutschende Matten sind so ziemlich das Nervigste, was einem während der Yogapraxis passieren kann. Mal ganz abgesehen von Fliegen. Die sind beim Meditieren und bei der Pranayama-Praxis auch fürchterlich lästig. 😀
      Du wirst merken, dass du mit einer rutschfesten Matte nochmal mehr Spaß am Üben haben wirst, weil du deutlich stabiler in den Positionen bist und dich dann ganz auf dich konzentrieren kannst.
      Welche Matten sind denn in die engere Auswahl gekommen? Die Auswahl ist ja wirklich riesig.

      Liebe Grüße,
      Natalie

    Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: