Yoga

So findest du das perfekte Yogastudio

Yogastudio

Letzte Woche hatte ich meine zweite richtige Yogastunde. Live. In einem mehr-oder-weniger Yogastudio. Mit einer echten Lehrerin. Es war großartig!
Dass die Stunde für mich ein voller Erfolg war, lag nicht zuletzt daran, dass ich wahnsinnig viel gelernt habe. Pranayama zum Beispiel. Mit verschiedenen Atemtechniken hatte ich mich bis dahin nie so wirklich beschäftigt. Außerdem ist es wahnsinnig hilfreich, wenn dir jemand sagt, dass du völlig krumm und schief im Herabschauenden Hund hängst und deine Haltung korrigiert.

Obwohl ich mich nach der Stunde großartig gefühlt habe und am nächsten Tag den Muskelkater des Todes hatte, war ich nicht zu 100% zufrieden. Relativ schnell kam ich darauf, dass die Lehrerin zwar total super und sehr sympathisch war und auch meine Mit-Yogis allesamt nette Leute waren, mir jedoch die Atmosphäre gefehlt hat. Der Yogaraum war nämlich ein umfunktionierter Raum einer Physio-Praxis und das hat man leider gemerkt. Irgendwie konnte ich mich mit dem doch recht sterilen Raum trotz Räucherstäbchen und Kerze nicht ganz anfreunden.

Da ich mit meiner nun weiter andauernden Suche nach dem perfekten Yogastudio bestimmt nicht alleine dastehe, möchte ich einige Überlegungen und Tipps mit dir teilen, damit du nicht ganz so verloren bist, wie ich anfangs.

Warum sich der Besuch im Yogastudio lohnt

Wenn du meine anderen Beiträge zum Thema Yoga gelesen hast, weißt du, dass ich bisher immer zu Hause geübt habe. Mittlerweile bin ich jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ich zumindest ab und zu mal bei einem richtigen Lehrer vorbei schauen sollte. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich das Thema „Yogalehrerausbildung“ so langsam etwas ernster angehen möchte.

Aber auch wenn du nur für sich üben möchtest, ist es wichtig, dass du jemanden hast, der dir Hilfestellung geben und dich notfalls korrigieren kann. Oft sackt man in einer Haltung nämlich ganz unbewusst zusammen und verharrt dann in dieser falschen Position, ohne es zu wissen.

Außerdem lernt man in einem Studio deutlich mehr, als in den eigenen vier Wänden und die angeleitete Meditation gelingt oft auch besser als die, in der man krampfhaft versucht, sich nicht von zufällig hereinplatzenden Menschen (oder Hunden) ablenken zu lassen.

Weitere Pluspunkte: Wenn man mag, lernt man viele nette, gleichgesinnte Menschen kennen. Zusätzlich gibt es in einigen Studios ziemlich leckeren Tee und wenn man ganz viel Glück (und der Geldbeutel ganz viel Pech) hat, ist dem Yogastudio auch ein kleiner Shop angeschlossen, in dem man vor, oder nach der Stunde ein wenig stöbern kann. Die Atmosphäre ist in den meisten Studios auch deutlich entspannter, als zu Hause, so dass die Praxis einen viel größeren Effekt hat.

Anforderungen an das perfekte Yogastudio

Zugegeben: perfekt ist ein ziemlich starkes Wort und es wird vermutlich extrem schwer, ein solches Studio zu finden. Gleichzeitig verdeutlicht es aber, dass du deine Ansprüche ruhig hoch halten solltest. Immerhin wird es der Ort, an dem du versuchen wirst, deinen Körper und Geist in Einklang zu bringen. Ich finde, da darf man ruhig pingelig sein. Bei meiner Suche haben sich bisher einige Anforderungen herauskristallisiert, die mir besonders wichtig sind und die ich dir gerne mit an die Hand geben möchte. Vielleicht passen einige davon ja auch auf dich, oder du möchtest meine Liste gerne noch etwas erweitern.

Lage

Ich sag es so wie’s ist: Wenn ich erst ne Stunde Anfahrt habe, bis ich auf die Matte komme, bleibt mein Platz im Studio irgendwann leer. Ich bin fauler Mensch und wenn ich mich schon auf den Weg mache, sollte mein Ziel nicht in irgendeiner verwinkelten Ecke des letzten Stadtteils liegen. Gerade bei schlechtem Wetter bin ich sonst nämlich versucht, einfach mal zu Hause zu bleiben. Deshalb sollte mein ideales Studio möglichst nah an meinem Zuhause liegen. Dann hat mein Schweinehund keine Ausrede mehr.

Atmosphäre

Es hat sich in der Einleitung schon herauskristallisiert: Mir ist eine ruhige, muckelige Atmosphäre extrem wichtig. Wenn nicht schon beim Betreten des Studios gemütliche Sitzkissen, Teegläser, oder Kerzen in Sichtweite sind, kommt bei mir keine Yogastimmung auf. Bei mir zu Hause ist mir das nicht so wichtig, aber gerade deshalb gehe ich ja auch in ein Studio. Ich möchte Yogi-Atmosphäre, warmes Licht und einen leicht rauchig-erdigen Geruch nach Räucherstäbchen. Das ist natürlich Geschmackssache und jeder hat eine andere Vorstellung von Gemütlichkeit, aber wenn du dich nicht zu 100% wohl fühlst, wird das vermutlich nichts für die Ewigkeit mit dir und dem Studio. Hör also auf dein Bauchgefühl und entscheide danach, ob du dich wohl fühlst und entspannen kannst, oder nicht.

Lehrer

Eine gute Lage und eine gemütliche Atmosphäre bringen gar nichts, wenn du nicht mit deinem Yogalehrer klar kommst. Er (oder sie – der Einfachheit und Lesbarkeit halber bleiben wir mal bei „er“) ist derjenige, der dich auf die komplizierte Reise in dein Innerstes begleitet. Da sollte zumindest ein gewisses Maß an Sympathie vorhanden sein. Wenn in deinem Yogastudio mehrere Lehrer unterrichten, kannst du dich durch verschiedene Kurse testen und beim sympathischsten Lehrer bleiben. Ihr müsst natürlich auch keine besten Freunde werden. Dennoch solltest du dich bei deinem Lehrer gut aufgehoben und wohl fühlen.

Kursangebot

Wenn du frisch mit Yoga anfängst, werden dir die verschiedenen Yogaarten vermutlich nicht viel sagen. Einige habe ich auch erst vor Kurzem zum ersten Mal gehört. Für den Anfang empfehlen sich Einsteigerkurse, in denen die Yoga-Basics vermittelt werden und viel Hintergrundwissen vermittelt wird. Yoga ist nämlich viel mehr, als das Üben von Körperhaltungen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Kurse, desto mehr lernst du. Nur dann, kann sich dein Lehrer auf jeden einzelnen Yogi konzentrieren, Haltungen korrigieren und Tipps geben. In einem überfüllten Kurs, in dem Matte an Matte liegt, ist das quasi unmöglich. Für den weiteren Verlauf ist es toll, wenn dein Studio entweder weiterführende Kurse für Fortgeschrittene anbietet, oder die Übungen je nach Können abgewandelt werden.

So findest du dein Yogastudio

Nachdem du jetzt weißt, was mir bei einem Yogastudio wichtig ist und du die Liste vielleicht schon gedanklich erweitert hast, gibt es eigentlich nur noch eines zu tun: ausprobieren!

  1. Recherchiere zunächst Studios in deiner Nähe. Dabei ist es hilfreich, dir einen Radius zu setzen. Beispiel: Mein Yogastudio sollte ich innerhalb von 15 Minuten mit dem Fahrrad/Auto/zu Fuß erreichen können.
  2. Sieh dir das Kursangebot der ausgewählten Studios an. Welche Kurse entsprechen deinen Anforderungen?
  3. Wenn nicht schon geschehen: Setze Prioritäten! Was ist dir wichtig, wenn du Yoga übst? Nimm dir dazu die oben genannten Punkte zur Hilfe und ergänze sie, je nach dem, was dir besonders am Herzen liegt.
  4. Buche eine Probestunde, oder geh einfach hin, wenn keine Anmeldung nötig ist. Nur so kannst du dir ein Bild vom Studio, den Lehrern und der Atmosphäre machen. Viele Yogastudios bieten vergünstigte Probestunden an. Nutze sie!
  5. Höre auf dein Bauchgefühl! Wenn du dich nicht wohl fühlst, such‘ lieber noch weiter. Das passende Studio wartet ganz bestimmt auf dich!

Ich hoffe, meine kleine Zusammenfassung hilft dir bei der Suche nach einem passenden Studio. Ich kann jetzt auf jeden Fall deutlich besser einschätzen, worauf ich achten muss und hoffe, dass ich bald fündig werde.

Natalie

 

Titelbild: Jenia Nebolsina – www.pixabay.com

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2 Comments

  • Reply
    Yoga im Fitnessstudio: bitte, bitte nicht! | Yay For Today
    20. Januar 2017 at 14:50

    […] Körper in verschiedenen Haltungen verhält und dir alles in Ruhe erklärt. Die Suche nach einem passenden Yogastudio ist gar nicht so kompliziert, wie du vielleicht denkst und lohnt sich insofern, als dass du […]

  • Reply
    Einstieg in Pranayama: Lerne, zu atmen | Yay For Today
    16. September 2016 at 8:15

    […] Finde dein perfektes Yogastudio! […]

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