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Erwecke dein inneres Kind: 7 Ideen für den Sommer

Erwecke dein inneres Kind: 7 Ideen für den Sommer

Sieben Ideen, wie wir unser inneres Kind im Sommer wieder aktivieren können.

Ich kann nicht mit hunderprozentiger Sicherheit sagen, woran es liegt, aber im Moment schwelge ich mal wieder in Kindheitserinnerungen. (Wenn du mein Rezept für Cashewcreme mit Sommerbeeren gesehen hast, ist dir das eventuell schon aufgefallen.) Vielleicht liegt es daran, dass kürzlich meine Familie besucht habe, vielleicht erinnern mich die ganzen Beeren, die es jetzt überall zu kaufen gibt, auch einfach an die Sommernachmittage in den Gärten meiner Großeltern.

Was auch immer der Auslöser ist: Ich habe beschlossen, dass es an der Zeit ist, dem Artikel zu Herbstideen für unser inneres Kind eine Sommeredition an die Seite zu stellen. Hier kommen also sieben Dinge, die ich im Sommer gerne gemacht habe, als ich noch 20 bis 30 Zentimeter kleiner war als heute und die es sich lohnt, aus der Schatzkiste zu kramen und mal wieder auszuprobieren. Bereit, dein inneres Kind zu erwecken?

Kirschkernweitspucken

Hast du auch diese eine Aktivität (oder mehrere – bei mir sind es definitiv mehrere), die du nicht besonders gut konntest, sie aber trotzdem total gerne gemacht hast? Eine von meinen ist definitiv Kirschkernweitspucken. Ich war darin so untalentiert, dass ich es tatsächlich einmal geschafft habe, mir selbst einen Kern auf den Fuß zu spucken. Keine Ahnung, wie das ging, aber ich hab’s möglich gemacht. Trotzdem hatte ich totalen Spaß dabei, was nur zum Teil daran lag, dass ich Kirschen sehr mag.

Auf Bäume klettern

Ich habe den Kletterbaum von meiner Schwester und mir in diesem Instagram Post schon einmal kurz beschrieben. Mein Opa hat in seinem Garten einen ewig alten Kornapfelbaum stehen, dessen Stamm so kurz ist, dass wir schon als Kinder ganz problemlos seine Äste erklimmen konnten. Wir haben uns damals Decken über unseren jeweiligen Lieblingsast gelegt und Stunden darauf gelesen, und Geschichten erzählt und die Vögel beobachtet. Einmal bin ich sogar darauf eingeschlafen.
Erst vor Kurzem bin ich im Park auf eine alte Platane geklettert (okay, vielleicht war der Ast so weit oben, dass ich drauf gehievt wurde) und es fühlte sich immer noch genauso abenteuerlich an, wie vor zwanzig Jahren – ganz davon abgesehen, dass so ein kleiner Perspektivwechsel manchmal echt gut tut.

Pfützenspringen und im Regen tanzen

Wenn es draußen kalt ist, bin ich absolut kein Fan von Regen. Dann können Jacke und Schuhe gar nicht wasserdicht genug sein, oder ich bleibe gleich zu Hause. Im Sommer ist das aber was ganz anderes. Wenn es tagsüber richtig heiß war und abends der langersehnte Regen kommt, ist es ein unglaublich befreiendes Gefühl, durch den Regen zu tanzen und zu springen. Und sobald sich eine Pfütze gebildet hat, wird die natürlich auch mitgenommen. Mein inneres Kind freut sich schon auf den nächsten Schauer.

“Boots”rennen

Im Park in meiner Heimatstadt gibt es mehrere Brücken, über die man den Fluss überqueren kann, der dort durchfließt. Als ich noch zur Grundschule ging, wurde einmal im Jahr ein Entenrennen veranstaltet, wo alle teilnehmenden Kinder ihre persönlich angemalte Plastikente in den Fluss schmeißen konnten. Mit etwas Glück kam eine davon am Ziel an und es gab für den/die Besitzer*in einen Preis. Den ökologischen Aspekt der ganzen Aktion stellen wir jetzt mal dahin, ich weiß nämlich nicht, ob die verunglückten Enten alle gefunden und eingesammelt wurden. Meine Schwester und ich haben uns ohnehin eine viel coolere und (aus Versehen) ökologischere Außer-der-Reihe-Alternative einfallen lassen: Wir haben uns einfach jeweils einen Stock gesucht, die wir gegeneinander antreten ließen und denen wir, nachdem wir sie von der Brücke geworfen hatten, am Ufer entlang gefolgt sind, soweit es ging. Meistens hat keine von uns gewonnen oder verloren, weil sich die Dinger irgendwann irgendwo verkantet oder wir sie aus den Augen verloren haben. Spaß hat es trotzdem gemacht.

Sieben Ideen, wie wir unser inneres Kind im Sommer wieder aktivieren können

Blumen pflücken und pressen

Ich weiß nicht, wie viele Bücher meiner Großeltern ich damals mit Blumen vollgestopft und übereinander gestapelt habe. Es waren etliche. Tatsächlich ist das Sammeln und Pressen von Blumen und Pflanzen etwas, was ich immer noch total gerne mache, weil ich so noch viel länger etwas von meinen Marktblumenstäußen habe. Hier ist es natürlich wichtig, nicht einfach wild irgendwo irgendeine Pflanzen abzurupfen – am besten kann man sich im Garten bedienen oder etwas von einem gekauften Blumenstrauß abzwacken. Übrigens sehen auch die gepressten Blüten von Küchenkräutern wie Basilikum, Thymian, Lavendel oder Dill superschön aus und geben eine tolle (Küchen-)deko ab.

Insekten beobachten und den Vögeln lauschen

Ganz allgemein finde ich, dass der Sommer eine wunderbare Jahreszeit ist, um sich wieder mehr mit der Natur zu verbinden. Man kann entspannt eine Weile im Park auf der Wiese, auf dem Balkon oder im Garten sitzen, ohne sich den Hintern abzufrieren oder sich im Zwiebellook anziehen zu müssen und dabei einfach mal ein bisschen beobachten.
Ich war als Kind extrem neugierig und bin froh, dass ich mir das bis heute erhalten habe. Wann immer ich etwas Schönes oder Interessantes sehe, bleibe ich stehen und gucke es mir genauer an. Es kann also gut uns gerne mal passieren, dass mir jemand von hinten in die Hacken läuft, weil im Wald plötzlich ein Rotkehlchen auf einen Zweig geflogen ist und ich es völlig fasziniert beobachte und seinem Gesang zuhöre. Gleiches gilt übrigens für Gänseküken, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Bisamratten und generell alles, was tierisch ist und irgendwie niedlich aussieht oder schön klingt.

Sternschnuppen angucken

Obwohl es während Hitzewellen fas unerträglich darin ist, liebe ich Dachgeschosswohnungen. Wenn man bedenkt, wie oft ich mich während meiner Dachgeschoss-WG-Zeiten über die Hitze im Sommer beklagt habe, klingt das erstmal Banane. Aber unter Dachfenstern kann man etwas machen, was mich schon von klein auf fasziniert: Sternschnuppen anschauen. Im Sommer geht das natürlich auch ganz wunderbar unter freiem Himmel und während des Perseiden Meteorstroms in der ersten Augusthälfte sind die Chancen, auch tatsächlich eine zu sehen, ganz besonders hoch.

Wann haben wir eigentlich aufgehört, uns an so kleinen Dingen zu freuen? Ich finde, wir können uns dafür ruhig wieder viel mehr Zeit im Alltag einräumen. Das Tolle an diesen Aktivitäten ist, dass sie (fast) nichts kosten und wir sie auch gemeinsam mit unseren Lieblingsmenschen machen können. Was mir da auch wieder in den Sinn kommt, sind die unzähligen Picknicks im Park – inklusive ziemlich verkackten Fuß- und Volleyballspielen, bei denen der Ball ungefähr zweimal die Stunde aus dem Fluss gefischt werden musste. Herrlich war das!

Was würde dein inneres Kind gerne im Sommer machen?

COPYRIGHT 2020 Natalie Streichardt

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