Kolumne

Und ich bin doch ein Morgenmensch

Mein persönlicher Senf zu ein paar persönlichen Themen.

Ich sitze in meine Decke gekuschelt auf dem Bett, eine Tasse Tee in der Hand und beobachte, wie langsam die Sonne aufgeht. Das Fenster steht sperrangelweit auf, einerseits zum Lüften, andererseits damit ich das allmorgendliche Konzert der Vögel belauschen kann. Es ist Sonntag, 6:30 Uhr.

Früher wäre das für mich undenkbar gewesen. Es gab Phasen, vor allem in der Schulzeit, in denen meine Mutter mich beinahe aus dem Bett ziehen musste, damit ich endlich aufstand. Und auch vor wenigen Monaten verband mein Bett und mich eine solch innige Beziehung, dass ich es am liebsten niemals verlassen wollte.

Jetzt stehe ich so früh auf, dass meine Eltern, wenn ich zu Besuch bin, ganz verwundert sind, wenn sie morgens ins Wohnzimmer kommen und ich schon dort sitze – entweder mit einem Buch in der Hand oder bereits fleißig am Laptop tippend. Dass das einmal so wird, hätte ich nie gedacht.
Ich. Stehe früher auf als meine Eltern. Ich. Was ist da passiert?


Vom Morgenmuffel zum Morgenmensch

Im Grunde ist das ziemlich einfach zu erklären: Ich habe endlich rausgefunden, was ich morgens eigentlich brauche. Es ist nicht das ewige “noch 5 Minuten”-Rumgeliege, wenn alle um mich herum schon durch die Wohnung fuhrwerken. Ganz im Gegenteil! Ich brauche morgens Ruhe und zwar möglichst viel davon. Und logischerweise bekomme ich die nur, wenn noch kein anderer sonst wach ist.

Das Tolle an 6:30 Uhr ist, dass auch auf den Straßen noch niemand so wirklich unterwegs ist. Man hört meistens tatsächlich nur die Vögel und das liebe ich, weil es mich so schön an lange Sommertage erinnert.

Seit ich früher aufstehe, starte ich deutlich entspannter in den Tag und kann diese Entspannung auch meistens bis abends beibehalten. Meine Laune ist insgesamt viel besser geworden und ich lasse mich nicht so schnell von kleinen Steinen, die mir in den Weg gelegt werden, beunruhigen.

Schon verrückt, was sich alles änder kann, wenn man mal seine alten Gewohnheiten hinterfragt und sie gegen Neue eintauscht.

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