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So findest du deine Morgenroutine – und behältst sie bei

Wenn ich an Morgenroutinen denke, fallen mir ganz automatisch zwei Dinge ein: Yoga und Meditation. Das geht höchstwahrscheinlich nicht nur mir so und ist wohl auch der Grund, warum manche Menschen erstmal reflexartig Reißaus nehmen, wenn das Wort “Morgenroutine” fällt.

Dabei ist es so schön, den Tag ganz in Ruhe zu beginnen und sich wirklich erst einmal Zeit für sich zu nehmen, bevor die Hektik des Alltags losgeht.

Obwohl ich Meditation mittlerweile wirklich liebe, verstehe ich vollkommen, dass man damit auch durchaus seine Schwierigkeiten haben kann – hatte ich schließlich auch. Ich habe es anfangs total gehasst, stillschweigend auf meinem Arsch zu sitzen, darauf zu warten, dass mir irgendwann die Beine einschlafen und nach zehn Minuten völlig wacklig und genervt wieder aufzustehen, weil ich’s mal wieder nicht hingekriegt habe.

Nach ewigem Rumprobieren habe ich mittlerweile eine Morgenroutine gefunden, mit der ich wunderbar zurecht komme: Tanzen zu lauter Musik – Bad – Yoga – Meditieren – Journaling. Meistens ziehe ich auch noch eine Tarot-Tageskarte.

Insgesamt hat es bestimmt 1-2 Jahre gedauert, bis ich meine ideale Routine gefunden hatte. Dadurch kann ich dir aber jetzt ein paar Tipps geben, wie du deine vielleicht etwas schneller ausarbeiten kannst:

1. Finde etwas, das dir Spaß macht.

Jetzt kommt der riesige Hoffnungsschimmer für alle Anti-Meditationsmenschen:

Deine Morgenroutine ist DEINE Morgenroutine und du kannst darin machen, was du willst.

Sei da ruhig ganz Pippi Langstrumpf, setz dich einmal ganz in Ruhe mit einem Pott Kakao hin und überlege dir, worauf du morgens so richtig Lust hättest und was dir vielleicht über den Tag irgendwann fehlt.

Sich eine Morgenroutine aufzubauen kann ganz schön anstrengend sein. Diese Tipps machen es dir etwas leichter, dir morgens Zeit für dich zu nehmen.

Brauchst du morgens ganz viel Ruhe oder springst du lieber wie eine Rakete aus dem Bett?

Hast du es lieber kuschlig oder möchtest du direkt an die frische Luft? Oder irgendwie beides?

Wünschst du dir mehr Bewegung im Alltag? Oder gesünderes Essen?

Ich habe dir mal ein paar Aktivitäten (und Passivitäten) zusammengefasst, die du rein theoretisch als Elemente in deine Morgenroutine einbauen könntest.

  • Gemütlich eine Tasse Tee/Kaffee/Kakao trinken
  • Durch die Wohnung tanzen
  • Musik hören (und ggf. mitsingen)
  • Ein Bad nehmen (Ja, es gibt tatsächlich Menschen, die das morgens gerne machen.)
  • Einen Spaziergang machen
  • Kniebeugen und Hampelmänner vor dem Bett machen
  • Laufen gehen, Krafttraining oder sonstigen Sport treiben
  • Ein paar Seiten in einem spannenden Buch oder inspirierenden Magazin lesen
  • Journaling (Hier gibt es verschiedene Methoden. Du kannst deinen idealen Tag visualisieren, aufschreiben, wofür du Dankbar bist oder einfach alles rauslassen, was dir gerade im Kopf rumschwirrt)
  • Eine Atemübung machen
  • In aller Ruhe ein richtig leckeres, gesundes Frühstück zubereiten
  • Tarotkarten legen
  • Etwas malen/schreiben/basteln/fotografieren oder einem anderen Hobby nachgehen

Es gibt so viele Möglichkeiten, wie du deinen Morgen ein kleines bisschen schöner machen kannst. Werde kreativ und finde etwas, was dir wirklich Freude bereitet!

2. Baby-Morgenroutine: Fang klein an

Ich weiß, es ist verlockend, direkt all-in zu gehen und direkt nach dem Aufstehen eine halbe Stunde meditieren, doppelt so lange auf der Yogamatte stehen und im Anschluss ein halbes Buch lesen zu wollen.

Aber ganz ehrlich: Dann steht der Frust noch vor dem ersten Weckerklingeln am Fußende deines Bettes und wartet darauf, dass du endlich die Augen aufmachst.

Sich eine Morgenroutine aufzubauen kann ganz schön anstrengend sein. Diese Tipps machen es dir etwas leichter, dir morgens Zeit für dich zu nehmen.

Als ich angefangen habe, mir morgens Zeit für mich zu nehmen, wollte ich auch am liebsten alles auf einmal machen und am liebsten stundenlang. Das mag vielleicht an einem Wochenende oder im Urlaub mal funktionieren. In 99% meiner Zeit ist das aber völlig unrealistisch.

Viel sinnvoller ist es stattdessen, mit einem kleinen Ziel zu starten und dieses nach einer Weile auszudehnen oder ein weiteres dazu zu nehmen.

Als ich mir mit einer 30-Tage-Challenge angewöhnt habe, jeden Morgen Yoga zu üben, habe ich mir zunächst ein tägliches Ziel von 2 Minuten Praxis gesetzt. Das mag jetzt erstmal nach nichts klingen, hat aber bereits einen riesigen Effekt gehabt, denn
1. habe ich mich dadurch bereits deutlich mehr bewegt als vorher und
2. konnte ich durch dieses winzige Ziel viel leichter am Ball bleiben, weil ich es wirklich jeden Morgen noch fix irgendwo unterbringen konnte.

Routine entsteht durch Kontinuität und die wiederum erreichst du nur, indem du dir absolut machbare Ziele setzt.

Dabei darfst du ruhig knallhart ehrlich zu dir sein. Wenn du morgens Ewigkeiten brauchst, um dich aus dem Bett zu schälen, ist es unrealistisch, direkt mit einer Morgenroutine von einer Stunde zu planen.
Auch eine Zwei-Minuten-Routine ist eine Routine.

3. Probier dich aus

Bloß weil alle direkt nach dem Aufwachen noch im Bett meditieren, heißt das nicht, dass du das auch machen musst.
Wenn du das Gefühl hast, dass du Meditation gerne in deine Morgenroutine mit aufnehmen möchtest, es aber irgendwie nicht funktioniert, wenn du noch halb verpennt auf deinem zusammengerollten Kopfkissen sitzt, muss das nicht zwingend bedeuten, dass Meditation per se nichts für dich ist.
Es kann auch einfach sein, dass dein Körper sich erstmal eine Runde bewegen und wach werden möchte.

Ich meditiere mittlerweile immer erst, nachdem ich meine Tanzeinlage und eine knackige Yogaeinheit hinter mir habe, weil ich dann das Gefühl habe, viel besser in die Meditation eintauchen zu können.
Das herauszufinden hat aber auch eine ganze Weile gedauert.

Deshalb: Gib nicht direkt auf, wenn es beim ersten Versuch nicht klappt. Vielleicht übersiehst du ja eine winzige Stellschraube, an der du noch drehen kannst. Das kann zum Beispiel sein:

  • Dauer des Elements
  • Reihenfolge der Elemente
  • Art der Bewegung (Wenn Yoga nicht klappt, dann vielleicht Laufen/Tanzen/Krafttraining/…)
  • Art der Meditation (geleitete Meditation/Stille/nur mit Musik/Atemübung/…)
  • Ort (Ruhe, Platz und Atmosphäre spielen da tatsächlich eine große Rolle)
Sich eine Morgenroutine aufzubauen kann ganz schön anstrengend sein. Diese Tipps machen es dir etwas leichter, dir morgens Zeit für dich zu nehmen.

Vielleicht hast du aber auch manchmal das Gefühl, dass du so viel zu tun hast, dass du die Routine lieber ganz ausfallen lassen möchtest. In diesem Fall kannst du Bewegungselemente einfach in deinen normalen Ablauf mit einbinden, zum Beispiel in Form von Kniebeugen beim Zähneputzen, Singen unter der Dusche oder Atemübungen bei den Frühstücksvorbereitungen. Eine tolle Achtsamkeitsübung für so einen Fall ist auch die 5-4-3-2-1-Meditation.

Ansonsten gilt natürlich: Die Morgenroutine dient dir dazu, möglichst achtsam und gelassen in den Tag zu starten und deshalb darfst du deine To Do-Liste ruhig noch ein paar Minuten länger ignorieren. Falls dir etwas Wichtiges einfällt, kannst du es dir einfach fix notieren. Dann hast du es aus dem Kopf, vergisst es nicht und kannst dich wieder ganz auf dich konzentrieren.

4. Sorge für die nötigen liebevollen Arschtritte

Ich weiß, die Versuchung ist groß, die Routine einfach mal ausfallen zu lassen. Aber sind wir mal ehrlich: aus einem Mal werden ganz schnell ganz viele Male.

Sei deshalb anfangs ruhig ein bisschen streng mit dir. Es dauert im Schnitt 21 Tage, um eine neue Routine zu etablieren. Du wirst merken, dass es danach fast von alleine geht.

Bis dahin hilft es, wenn du dir deine Routine als festen Termin mit dir selbst vereinbarst. Ein Arbeitsmeeting würdest du doch auch nicht einfach zwei Minuten vorher absagen, oder?

Versuche, dir in solchen Motivationslöchern immer ins Gedächtnis zu rufen, wie gut du dich nach deiner Morgenroutine fühlst und wie viel entspannter dein Morgen verläuft, wenn du sie beibehältst. Je intensiver du in dieses Gefühl der Zufriedenheit eintauchst, desto leichter wird es dir fallen, dich zu motivieren.

Wenn du dich selbst gar nicht motiviert bekommst, hilft es dir vielleicht auch, dich mit einer Freundin oder einem Freund über eure Routinen auf dem Laufenden zu halten. Vielleicht etabliert ihr ja sogar eine gemeinsame Morgenroutine, die euch beiden Spaß macht oder macht eine oder mehrere Elemente draus gemeinsam?

Sich eine Morgenroutine aufzubauen kann ganz schön anstrengend sein. Diese Tipps machen es dir etwas leichter, dir morgens Zeit für dich zu nehmen.

Vor allem aber: Bleib neugierig und experimentierfreudig und spüre immer wieder in dich hinein, was sich für dich stimmig anfühlt und was in deinen Alltag passt.

Hast du schon eine Morgenroutine? Welche Elemente hast du darin integriert?

Fotos: Tracey Hocking via Unsplash

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