Kolumne

Von Veränderungen und Wachstumsschmerz

Mein persönlicher Senf zu ein paar persönlichen Themen.

In den letzten Tagen habe ich vor allem zwei Dinge getan: gearbeitet und Umzugskisten gepackt. Und manchmal stand ich mitten in diesem Chaos aus meinen verstreuten Habseligkeiten und habe mich gefragt, wie krass dieser Herbst eigentlich schon wieder für mich ist.

In der Natur ist der Herbst die Zeit im Jahr, in der Altes losgelassen wird, in der sich alles zurückzieht, um dann im Frühjahr mit neuer Kraft zurückzukommen. Auch ich lasse Altes los, ziehe mich zurück in meine Heimat, um wieder Kraft zu tanken. So richtig schön im Einklang mit der Jahreszeit.

An manchen Tagen würde ich es am liebsten sein lassen, alles wieder zurück an seinen Platz stellen und genau so weitermachen wie bisher. Ich weiß aber, dass das nicht das ist, was ich wirklich will und was gut für mich ist. Ich weiß, dass dieser Widerstand, der sich ab und zu regt, daher rührt, dass ich meine Komfortzone mal wieder verlasse. Ich weiß, dass ein Neustart anstrengend ist. Und ich weiß, dass zu jeder Veränderung auch Zweifel gehören.

Was ich auch weiß, ist, dass sich solche Schritte trotz aller Zweifel und Ängste meistens lohnen. Dass wir an ihnen wachsen. Dass wir uns freier entfalten können, wenn wir alten Ballast loslassen. Dass es gut tut, sich auch mal wieder zurückzuziehen, um dann mit neuer Kraft wieder durchzustarten. Dass ein bisschen Wachstumsschmerz einfach dazugehört.

Ich war letztens zum ersten Mal seit Jahren wieder beim Friseur, habe die Haare jetzt etwas kürzer. Nicht so kurz, dass der Vorher-Nachher-Vergleich dramatisch wäre, sondern genau so viel, dass es für mich eine Veränderung bedeutet. Vielleicht hilft es ja, mit kleinen Veränderungen zu starten, um sich an die großen heranzutasten, sich an das Neue, das Ungewohnte zu gewöhnen. Und ganz, ganz vielleicht kann man ja auch lernen, das, was einem nicht mehr dient, mit Freude auf etwas Neues loszulassen.

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